Monday, 25. january 2010
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Moin ..
Heute geht es um das Buch „Land in Sicht – Entwicklung der Seefahrt an Nord- und Ostsee“ von Dirk Meier (2009, Boyens Buchverlag
Die Geschichte der maritimen Kulturlandschaft an Nord- und Ostsee mit ihren Schiffen und Häfen ist ein faszinierendes Thema. Im frühen
Mittelalter, als Händler sich in Orten niederließen, die im Schnittpunkt von Landwegen, Flüssen und Seefahrtsrouten lagen, vollzog sich die entscheidende Veränderung der maritimen
Kulturgeschichte an Nord- und Ostsee. Nordeuropa wurde durch Schiffe verbunden, die Nordsee wurde zum Mare Frisiscum, die Ostsee zum Mare Balticum. Friesen und Skandinavier waren Träger des
Handels. Auf diesem frühmittelalterlichen Handelsnetz konnte die Hanse aufbauen, neue Hafenstädte mit Kaianlagen entstanden, neue Schiffsformen - wie die Kogge oder der Holk - bestimmten nun das
maritime Erscheinungsbild. Kaufleute fuhren nicht mehr auf den Schiffen, sondern lagerten ihre Waren in Kontoren der neuen Seestädte. Weitere Impulse erreichten den Norden, nachdem die
Kolonialmächte Portugal und Spanien mit ihren Schiffen neue Kontinente entdeckt sowie Handelsstützpunkte und Kolonien errichtet hatten. Die Niederlande erlebten ihr Goldenes Zeitalter und prägten
die maritime Kultur des Nordseeraumes. Neue und größere Segelschiffe, Karavellen, Galeonen, Fleuten und Linienschiffe befuhren die Meere und die Navigation machte entscheidende Fortschritte. Bis
in das 19. Jahrhundert dominierten Großsegler die Handelsschifffahrt. Klipper und Windjammer bildeten Höhepunkte einer langen maritimen Schiffsbautechnik. Schifffahrt bedeutete aber auch immer
ein Wagnis, denn infolge von Stürmen gingen zahlreiche Schiffe unter oder strandeten an der Küste. Die Faszination des Segelns aber ist bis heute ungebrochen. Im Schnittpunkt dieser Geschichte
liegt Schleswig-Holstein als das Land zwischen den Meeren.
Rezension:
Boah... was für ein Klappentext für ein Buch mit „nur“ 280 Seiten, die aber wirklich angefüllt sind mit der Geschichte der Seefahrt an unseren
Küsten.. und eben manchmal auch darüber hinaus.
Was kann ich nun noch schreiben, das es mich freut, dass der Autor diesmal 614 Anmerkungen auf 232 Textseiten verteilt hat ?
Nöö, es ärgert mich nämlich, dass die als Anhang hinten drangeklatsch wurden und nicht als Fußnoten auf der jeweiligen Seite stehen. Es mag ja
für die Druckerei so leichter sein, aber mich ärgert es, denn ich finde es einfach doof immer ein Lesezeichen im hintern Teil des Buches zu haben, damit ich die „Fußnoten“ lesen kann.
Was freut mich an dem Buch, nun ja einiges, es ist unterhaltsam und in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben. Auch hat mir besonders
gut gefallen, dass die lütten „Klütenewer“ und „Ammerkacker“ des Küstenhandels und der Fischerei auch gebührend erwähnt sind, und nicht nur die großen Karavellen, Karacken, Galeonen und
Clipper. Ach ja, damit ich es nicht vergesse zu erwähnen, auf Seite 241 befindet sich eine bemerkenswerte Karte, welche die Gefährlichkeit der Nordsee und die Passage in die Ostsee ( Skagerrak
& Kattegatt) unterstreicht.
Bemerkenswert ist ebenfalls nicht nur das Literaturverzeichnis sondern auch, und ich möchte sagen ganz besonders ist die Liste der europäischen
Schifffahrtsmuseen, die zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber doch so erscheint.
Wem könnte nun diese Buch interessieren ?
Der Aficionado maritimer Literatur hat es schon im Bücherschrank stehen, und wenn nicht würde es mich doch sehr wundern.
Der Mittelalterfreund ? eher nicht, denn der ihn interessierende Zeitraum wurde schon von seinem Vorgänger abgedeckt, oder doch ? so als
Ergänzung und Weiterführung.
Wo wird es bei mir stehen? Es wird seinen Platz in der dritten Regalreihe neben „Alle Meere haben Ufer“ von Hans Peter Jürgens, „Das Museum für
Antike Schifffahrt“ von Barbara Pferdehirt und einer Broschüre über das Hjortspring-Boot finden, gut sichtbar, aber eben nicht auf „Augenhöhe“
Ach ja, dies ist das letzte Buch, welches ich von Dirk Meier kommentiere. Sein Buch "Siedeln un Leben
am Rande der Welt" als Sonderband Archäologie in Deutschland 2003 habe ich nach kurzem durchblättern an mein Heimatbücherei verschenkt, da es zwar mein Interessengebiet berührt, aber nicht so,
dass ich es für nötig hielt, mich mit dem Buch intensiver zu beschäftigen.