Monday, 1. march 2010 1 01 /03 /März /2010 08:24

In dieser Buchbesprechung geht es um :

Ernährung und Umwelt der wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu:

Die Ergebnisse der Untersuchungen der Pflanzenreste

(Die Ausgrabungen in Haithabu)

Die Ausgrabungen in Haithabu, Band 8

Von: Karl-Ernst Behre, Prof. Dr. rer. nat.

Veröffentlicht bei :  K. Wachholtz (1983) ISBN-10: 3529014087, ISBN-13: 978-3529014086

Der Autor ist seit 2000 im aktiven Ruhestand, alles andere sollte der interessierte Leser hier:  http://www.nihk.de/index.php?id=39 finden.

Ich wurde schon vor einiger Zeit auf den Buchtitel aufmerksam, und zwar infolge einer unsäglichen Kochbuchdiskussion in „dem“ Mittelalterforum. Ein weiblicher Usern erwähnte das Werk, nicht ausschließlich sondern unter anderen. Da es mir, wie eigentlich allgemein bekannt ist, „nur“ um die maritimen Aspekte der „Wikingerzeit“  geht, gab ich dem Buch keinen hohen Stellenwert auf meiner „Liste der für mich wichtigen Bücher“.  Das sollte sich jedoch ändern. Infolge meiner Ausarbeitung eines Vortrages wurde es für mich auch relevant, was wohl so als möglicher „Dauerproviant“ an Bord eines Schiffes in Frage käme. Und nun komme ich zum Thema dieser Rezension.

Das Buch als solches ist wie sicher allgemein bekannt seit 1983 auf dem Markt, es wurde sicherlich von zahlreichen Studenten benutzt und von einigen Re-enactors gelesen, aber ich habe keine eigentliche Rezension gefunden. Was nichts heißen soll.

Ich möchte hier trotzdem die Gelegenheit wahrnehmen und eine kleine, sicher nicht unbedingt stilsichere, aber wie ich denke, angebrachte Beurteilung abgeben.

Wie der Titel schon sagt, geht es um die Auswertung der gefundenen Pflanzenreste.

Um es kurz zu machen, ich kann das Buch als Einstieg in die gedankliche Nachvollziehung der Ernährungslage im wikingerzeitlichen Haithabu nur jedem , und ich meine wirklich jedem, „Freizeitwikinger“ ans Herz legen.

Mehr möchte ich nicht dazu schreiben, wäre aber für weiterführende Literaturhinweise, die jüngeren Datums sind dankbar.

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Sunday, 7. february 2010 7 07 /02 /Feb. /2010 08:27

Moin ..

Muss man wirklich dieses Buch besprechen ? Nein .. es spricht für sich selbst.

Beiträge zur morphologischen Entwicklung des Schwertes im Mittelalter, Eine Analyse des Fundmaterials vom ausgehenden 8. bis zum 12. Jahrhundert aus Sammlungen der Bundesrepublik Deutschland,

 Prof. Alfred Geibig, Offa-Bücher Band 71, Karl Wachholtz Verlag Neumünster 1991, ISBN 3529011711

Inhalt:

Vorwort des Herausgebers. Vorwort. Einleitung. Forschungsgeschichte. Formenkunde der Schwerter (Typologie) Einführung. Gefäße. Methodische Basis. Definition der Untertypologien - Typologische Ordnung der Knäufe in der Seitenansicht. Typologische Ordnung der Knäufe. in der Schmalseitenansicht. Typologische Ordnung der Knäufe in der Aufsicht. Typologische Ordnung der Parierstangenaufsichten. Kombinationstyp 1. Kombinationstyp 2. Kombinationstyp 3. Kombinationstyp 4. Kombinationstyp 5. Kombinationstyp 6. Kombinationstyp 7. Kombinationstyp 8. Kombinationstyp 9. Kombinationstyp 10. Kombinationstyp 11. Kombinationstyp 12. Kombinationstyp 13. Kombinationstyp 14. Kombinationstyp 13. Kombinationstyp 16. Kombinationstyp 17. Kombinationstyp 18. Kombinationstyp 19. Kombinationsschwerpunkte. Klingen. Möglichkeiten und Grenzen der typologischen Gliederung. Beschreibung der Klingentypen. Klingentyp 1. Klingentyp 2. Klingentyp 3. Klingentyp 4. Klingentyp 5. Klingentyp 6. Klingentyp 7. Klingentyp 8. Klingentyp 9. Klingentyp 10. Klingentyp 11. Klingentyp 12. Klingentyp 13. Klingentyp 14. Vergleich mit bestehenden Typologien. Gefäßaufbau und Gefäßmontage. Handhabe (Hilze) Form, Aufbau und Material der Hilzen. Scheide. Scheidenkörper. Trage Vorrichtung und Aufhängung. Beschläge und Ortbänder. Ikonographischer Vergleich. Bildliche Darstellungen. 9. Jahrhundert. 10. Jahrhundert. 11 Jahrhundert. 12. Jahrhundert und 13. Jahrhundert. Klingendamaszierung und Klingeneinlagen. Klingendamaszierung. Klingeneinlagen. Marken und geometrische Einlagen aus Eisen. Inschriften der VLFBERHT-Gruppe. Inschriften der INGEL-Gruppe. Weitere Namens- und MEFECIT-Inschriften aus Eisen. Inschriften aus nicht deutbaren Buchstabenfolgen und Inschriften religiösen Inhalts. Buntmetalleinlagen in Form einfacher geometrischer Kombinationen. Namensinschriften aus Buntmetall. Figürliche Einlagen aus Buntmetall. Gefäßverzierung. Chronologie. Verfahrensweise. Chronologische Gliederung der Gefäßtypen. Chronologische Gliederung der Klingentypen. Chronologische Gliederung der Inschriften. Zusammenfassung. Verbreitung und Herkunft der Gefäßtypen. Probleme der Interpretation. Verbreitung und Herkunft. Verbreitung der Grabfunde. Zur Deutung der Wasserfunde. Zusammenfassung. Listen. Literaturverzeichnis. Tafeln 1 -165. Katalog (5 Mikrofiches als Beilage)

 

Wem möchte ich nun dieses Buch ans Herz legen, das ist eine sehr gute Frage ..

Also, ich denke dass die meisten Fachleute es kennen, dem Autor ist aber ein Werk gelungen, dass es verdient hat mehr im Lichte des öffentlichen Interesse zu stehen und nicht nur als Zitat- oder Bezugslieferant zu dienen. Also ihr Schwertfeger und Schmiede macht euch schlau und ergötzt euch an Beschreibungen und Fotos.

 

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Friday, 29. january 2010 5 29 /01 /Jan. /2010 11:03
Es geht um „Der Thorsberger Moorfund. Katalog“ von Klaus Raddatz

Teile von Waffen und Pferdegeschirr, sonstige Fundstücke aus Metall und Glas, Ton- und Holzgefässe, Steingeräte / Offa-Buch 65

Verlag: Wachholtz (1987) ISBN-10: 3529011657, ISBN-13: 978-3529011658

Der Autor: Klaus Raddatz , Prof. Dr. (1914-2002)

wurde am 19.11.1914 in Konitz (Westpreußen) geboren. Er besuchte in Prenzlau und Pasewalk das Gymnasium. Schon als Schüler wurde er mit dem damaligen Kustos des Uckermärkischen Museums, Baron Otto von der Hagen aus Schmiedeberg, bekannt. Später studierte er Vorgeschichte in Kiel und nahm an verschiedenen Ausgrabungen auf Sylt und Haithabu teil. 1955 legte er seine Dissertation über den „Thorsberger Moorfund“ und 1967 seine Habilitation über spanische Silberfunde vor. Nachdem ihn die Universität Hannover zum Professor ernannte, berief man ihn 1973 als Ordinarius für Ur- und Frühgeschichte nach Göttingen, wo er bis zu seiner Emeritierung lehrte

Generelles zu den Funden:

Das Fundmaterial setzt sich in erster Linie aus einer großen Anzahl von Ausrüstungsbestandteilen eines germanischen Heeres zusammen,  wie Schwertern, Schilden, Pfeil und Bogen, aber auch Teile der persönlichen Ausrüstungen der Krieger und Pferdegeschirren. Es fanden sich des weiteren Gefäße aus Holz und Ton so wie landwirtschaftliche Geräte, welche älteren Opferniederlegungen angehören. Bemerkenswert in dem Fundensemble sind Teile der Prachtausrüstung von Kriegern wie goldener Armschmuck, Helme, Ringbrünnen mit Beschlägen und reiche Pferdegeschirre und Schwertgarnituren. Zudem ist die hohe Anzahl provinzialrömischer Militaria und weiterer Funde römischer Herkunft auffällig.

Das Phänomen der Kriegsbeuteopfermoore ist von vielen Fundplätzen der Römischen Kaiserzeit (ca. 0-375 n. Chr.) sowie der Völkerwanderungszeit aus dem nordeuropäischen Raum bekannt. Das Thorsberger Moor gehört als einziger deutscher Fundplatz zu den größten Kriegsbeuteopfern der Römischen Kaiserzeit. Die anderen großen Plätze liegen in Jütland (Nydam, Ejsbol und Illerup Adal), auf der dänischen Insel Fünen (Kragehul und Vimose) sowie auf der schwedischen Insel Öland (Skedemosse).

Rezension eines Fundkataloges ..

Ja Freund so etwas soll es auch geben ..

Warum ich diesen Katalog rezensieren möchte ? weil ich glaube, das in der „L-H-Szene“ die Funde des Kriegsbeuteopfermoores „Thorsberg“ viel zu wenig gewürdigt werden.

Bei dem von mir besprochene Katalog handelt es sich um Teile von Waffen und Pferdegeschirr, sonstige Fundstücke aus Metall und Glas, Ton- und Holzgefässe, Steingeräte.

Alleine die präzisen Zeichnungen sowie maßstabsgetreue Abbildungen der Fundstücke müsste den Handwerkern unter uns doch das Herz schneller schlagen lassen und zu einer Schaffensfreude beflügeln, die ihresgleichen suchen sollte.  Wo sind sie also, die norddeutschen Darsteller des 1. bis 5. Jahrhunderts unser Zeitrechnung, wobei gut 90% der Funde aus dem 3. und 4. Jahrhundert sind, also einer Zeit der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Nordgermanischen Völkern (in diesem Falle wohl hauptsächlich Angeln) und den römischen Invasoren ... also wenn ich nicht soviel noch nicht aus „meiner“ Zeit wüsste, und wenn ich noch 35 Jahre jünger wäre :-) dann ,  

ja dann würde meine Darstellung genau in diese Zeit fallen. Und ein junger nordgermanischer Reiter-Krieger würde auferstehen und nicht nur dem Gotte Thor seine Waffen-Gaben, sondern auch den Holden des Gaues erbeuteten Schmuck zu Füßen legen.

Fazit: es lohnt sich das Buch auszuleihen, das von mir gelesenen Exemplar kommt aus der LZB Schleswig-Holstein in Flensburg.

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Monday, 25. january 2010 1 25 /01 /Jan. /2010 11:13

Moin ..

Heute geht es um das Buch „Land in Sicht – Entwicklung der Seefahrt an Nord- und Ostsee“ von Dirk Meier (2009, Boyens Buchverlag

Die Geschichte der maritimen Kulturlandschaft an Nord- und Ostsee mit ihren Schiffen und Häfen ist ein faszinierendes Thema. Im frühen Mittelalter, als Händler sich in Orten niederließen, die im Schnittpunkt von Landwegen, Flüssen und Seefahrtsrouten lagen, vollzog sich die entscheidende Veränderung der maritimen Kulturgeschichte an Nord- und Ostsee. Nordeuropa wurde durch Schiffe verbunden, die Nordsee wurde zum Mare Frisiscum, die Ostsee zum Mare Balticum. Friesen und Skandinavier waren Träger des Handels. Auf diesem frühmittelalterlichen Handelsnetz konnte die Hanse aufbauen, neue Hafenstädte mit Kaianlagen entstanden, neue Schiffsformen - wie die Kogge oder der Holk - bestimmten nun das maritime Erscheinungsbild. Kaufleute fuhren nicht mehr auf den Schiffen, sondern lagerten ihre Waren in Kontoren der neuen Seestädte. Weitere Impulse erreichten den Norden, nachdem die Kolonialmächte Portugal und Spanien mit ihren Schiffen neue Kontinente entdeckt sowie Handelsstützpunkte und Kolonien errichtet hatten. Die Niederlande erlebten ihr Goldenes Zeitalter und prägten die maritime Kultur des Nordseeraumes. Neue und größere Segelschiffe, Karavellen, Galeonen, Fleuten und Linienschiffe befuhren die Meere und die Navigation machte entscheidende Fortschritte. Bis in das 19. Jahrhundert dominierten Großsegler die Handelsschifffahrt. Klipper und Windjammer bildeten Höhepunkte einer langen maritimen Schiffsbautechnik. Schifffahrt bedeutete aber auch immer ein Wagnis, denn infolge von Stürmen gingen zahlreiche Schiffe unter oder strandeten an der Küste. Die Faszination des Segelns aber ist bis heute ungebrochen. Im Schnittpunkt dieser Geschichte liegt Schleswig-Holstein als das Land zwischen den Meeren.

Rezension:

 

Boah... was für ein Klappentext für ein Buch mit „nur“ 280 Seiten, die aber wirklich angefüllt sind mit der Geschichte der Seefahrt an unseren Küsten.. und eben manchmal auch darüber hinaus.

Was kann ich nun noch schreiben, das es mich freut, dass der Autor diesmal 614 Anmerkungen auf 232 Textseiten verteilt hat ?

Nöö, es ärgert mich nämlich, dass die als Anhang hinten drangeklatsch wurden und nicht als Fußnoten auf der jeweiligen Seite stehen. Es mag ja für die Druckerei so leichter sein, aber mich ärgert es, denn ich finde es einfach doof immer ein Lesezeichen im hintern Teil des Buches zu haben, damit ich die „Fußnoten“ lesen kann.

Was freut mich an dem Buch, nun ja einiges, es ist unterhaltsam und in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben. Auch hat mir besonders gut gefallen, dass die lütten „Klütenewer“ und „Ammerkacker“ des Küstenhandels und der Fischerei auch gebührend erwähnt sind, und nicht nur die großen Karavellen, Karacken, Galeonen und  Clipper. Ach ja, damit ich es nicht vergesse zu erwähnen, auf Seite 241 befindet sich eine bemerkenswerte Karte, welche die Gefährlichkeit der Nordsee und die Passage in die Ostsee ( Skagerrak & Kattegatt)  unterstreicht.

Bemerkenswert ist ebenfalls nicht nur das Literaturverzeichnis sondern auch, und ich möchte sagen ganz besonders ist die Liste der europäischen Schifffahrtsmuseen, die zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber doch so erscheint.

Wem könnte nun diese Buch interessieren ?

Der Aficionado maritimer Literatur hat es schon im Bücherschrank stehen, und wenn nicht würde es mich doch sehr wundern.

Der Mittelalterfreund ? eher nicht, denn der ihn interessierende Zeitraum wurde schon von seinem Vorgänger abgedeckt, oder doch ? so als Ergänzung und Weiterführung.

Wo wird es bei mir stehen? Es wird seinen Platz in der dritten Regalreihe neben „Alle Meere haben Ufer“ von Hans Peter Jürgens, „Das Museum für Antike Schifffahrt“ von Barbara Pferdehirt und einer Broschüre über das Hjortspring-Boot finden, gut sichtbar, aber eben nicht auf „Augenhöhe“

 


Ach ja, dies ist das letzte Buch, welches ich von Dirk Meier kommentiere. Sein Buch "Siedeln un Leben am Rande der Welt" als Sonderband Archäologie in Deutschland 2003 habe ich nach kurzem durchblättern an mein Heimatbücherei verschenkt, da es zwar mein Interessengebiet berührt, aber nicht so, dass ich es für nötig hielt, mich mit dem Buch intensiver zu beschäftigen.

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Sunday, 24. january 2010 7 24 /01 /Jan. /2010 07:27

Moin ..

Heute geht es um „Seefahrer, Händler und Piraten im Mittelalter“ von  Dirk Meier (Verlag: Thorbecke; Auflage: 1., Aufl. (30. September 2004), ISBN-10: 3799501428, ISBN-13: 978-3799501422).

Der Autor:

Dr. Dirk Meier beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Landschaftsentwicklungs- und Siedlungsgeschichte der Nordseeküste. Zwischen 1988 und 2002 führte er zahlreiche Ausgrabungen an der schleswig-holsteinischen Küste durch. Er ist Mitbegründer mehrerer EU Projekte, darunter "Landschaft und Kulturelles Erbe des Wattenmeeres", "Wege in die Kulturlandschaft" und  HISTOUR Dithmarschen". Die Arbeitsgruppe Küstenarchäologie wird von Dr. Dirk Meier geleitet, der zugleich Mitglied im Vorstand des Vereins für Dithmarscher Landeskunde ist. Küstenarchäologie in Schleswig-Holstein, Germany

Klappentext:

Stürme und Sandbänke, Seeräuber und Packeis – wer sich im Mittealter zu Schiff in Nord- und Ostsee wagte, brauchte Mut. Auf offenen Holzschiffen brachten hier die ersten Seefahrer auf, um zu fischen, zu handeln, zu erobern und zu rauben. Mit Friesen und Wikingern beginnt einen Entwicklung, die schnell zu ausgedehnten Handelsrouten, immer besseren Schiffen, größeren Häfen und prächtigeren Seestädten führte. Ihr Höhepunkt ist die Hanse, die bald ein Handelsnetz von Brügge bis Riga, von Island bis Venedig aufbaute.

Heute bietet die Archäologie neue Einblicke in die Entwicklung des Schiffbaus, das Leben in den Hansestädten wie in den Dörfern. Der Archäologe Dirk Meier lässt anhand von Schiffsfunden und alten Berichten das Leben auf See und an der Küste lebendig werde.

 

Eine anschauliche und reich illustrierte Geschichte der mittelalterlichen Seefahrt – zugleich ein archäologischer Reiseführer durch die Küstenlandschaft von Nord- und Ostsee.

 

 

Rezension:

Wie schreibt der Autor in seinem Vorwort „ Ohne Schifffahrt keinen Handel, keinen Fortschritt und keine Entdeckungen – so möchte man glauben, wenn man die maritime Kulturlandschaft Nordeuropas betrachtet.“

Eben das allbekannte „Navigare necesse est“, doch auch hier gilt eigentlich der ganze Spruch „Navigare necesse est, vivere non est necesse“ („Seefahrt tut not, Leben tut nicht not.“) mit seiner späteren Ergänzung „„Sed sine vita non navigamus.“ ((„Aber ohne Leben fahren wir nicht zur See.“) und gerade die Ergänzung liegt mir als Ex-Seemann doch am Herzen, aber zurück zum Buch.

Wie schon bei „Bauer, Bürger, Edelmann“ verzichtet der Autor auf Fußnoten, was sich aber nicht störend auf das Verständnis auswirkt. Der Titel verspricht eigentlich mehr als der Inhalt des Buches hält, denn, es geht im Buch „nur“ um die mittelalterliche Seefahrt in Nord – und Ostsee, was aber bei 162 Seiten Text plus einem reichhaltigen Glossar, welches nicht nur dem maritimen Laien hilfreich ist, dem Leser ein interessantes, lehrreiches, aber nicht trocken belehrendes Lesevergnügen bereitet.

Der Autor macht es dem Leser die Orientierung auf hoher See leicht. Chronologisch schildert er die Streifzüge, erklärt den damaligen Schiffsbau und die See als `Heimat des Unmenschlichen und der Ungeheuer in der nordischen Mythologie.

Auch räumt er mit der Legende des Verrates an dem „großen capitaeneus Störtebecker“ auf, und stellt klar, das die „Bunte Kuh“ des Simon von Utrecht eben erst 1401 fertig gestellt wurde und die Hamburger Flotte aber schon am 11. November 1400 Hamburg mit Ziel Helgoland verließ.

Alles in allem ein unterhaltsames Buch, welches ich nicht nur Schülern und Neuinteressierten als Lektüre empfehlen möchte.  Auch hier überzeugt mich das den jeweiligen Kapiteln zugeordnete Literaturverzeichnis welches dem geneigtem Leser genug Lesestoff für mehrere Winterabende bietet.

Die Finalefrage lautet : wo wird das Buch bei mir stehen ?

Antwort: gar nicht, ich habe es mir per Fernleihe aus der LZB Flensburg kommen lassen, und bis auf das kopierte Literaturverzeichnis bleibt nichts zurück, aber eben auch kein bitterer Nachgeschmack der Reue über die verschwendete Zeit, wie bei so manchem anderen Buch, das man nur mal so gelesen hat.

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